Manual – Jetzt bist du dran

MANUAL Magazin

Jetzt bin also ich dran. So zumindest der Slogan des neuen MANUAL Männermagazins, das es seit kurzem als Null-Nummer via H&M (150k) und am Kiosk (10k) gibt. Als Chefredakteur konnte G+J Jörn Kengelbach von der GQ abwerben und für seinen neuen Versuch gewinnen, in dem seit Jahren stagnierenden, wenn nicht sogar rückläufigen Zeitschriftensegment ein neues Statement zu setzen. Statt auf Hochglanz setzt Manual auf mattes Papier, statt auf voyeuristischen Sexismus auf Lebenstipps im Alltag (z.B. Tipps zum Zusammenziehen). Die Themenwahl ist teils erfrischend anders: Wie fair ist mein Phone? Plattenspieler und Vinyl sammeln. Das Architekten-Potrait. Teils aber auch altbekannt: Über Einstecktücher, Uhren oder Stylingtipps bei 30 Grad habe ich schon genug in GQ & Co. gelesen (ich trage auch weder Casio noch Jack Wolfskin oder Trekking-Stiefel im Büro, wie Benjamin Lauterbach von Zeit online). Man(n) spürt leider noch den Coné Nast-Einfluss auf die Mode-Redaktion (was zahlt eigentlich Rooks & Rocks für die PR?), auf der Gadget-Seite oder in der “Wunsch”-Story des Styling-Redakteurs “Die neue Lust am Mann”. Bisher hat das Heftchen für mich noch nicht die Mischung, die es zum echten Manual werden lässt, für das ich Geld ausgebe.

Jede Woche eine andere Sau …

Hans-Peter Friedrich (CSU) ist das erste “High-Speed” Ba(y)uern Opfer im Fall Edathy. Warum eigentlich? Und welche Rolle spielen die Medien dabei? “Weil der politische Druck in den letzten Stunden zu groß geworden ist”, sagte Friedrich in seiner Rücktrittserklärung.

Nun ist es kein Geheimnis, dass Merkel ihn zum Rücktritt gedrängt hat, nachdem der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann Friedrich durch eine Presseerklärung in die Schusslinie gebracht hat. Ich bin wahrlich kein Friedrich-Anhänger. Was mich an dieser Geschichte allerdings aufregt, ist das Verhalten der Medien. Weil wieder einmal alle im Rudel diese arme Sau durchs Dorf getrieben haben, wurde sie am Ende (von Merkel) geschlachtet.

Sieben Zeilen bis zum Kern

Ich möchte mich nicht erst durch sieben Zeilen Nebensächlichkeiten quälen, um endlich den Kern einer Produktnews freizulegen. Gerade unter Technikjournalisten eine Unart, eine schlichte Nachricht mit “gefühltem Wissen” anzureichern, und jede Menge Schutt und Asche als Pseudo-Erklärung vorne weg zu schicken . Da erfährt man erst etwas über Videoanleitungen für Laien, Trends der Vergangenheit, die sich fortsetzen oder gleich die Erklärung einer Technologie, bevor es wirklich um die Nachricht geht. Dabei hätten es doch gerade die Technikmedien nötig, ihre Leser besser zu bedienen … die gehen sonst gerne mal stiften.

Guerilla Marketing wirkt langfristig

Die “Maurer-Dekolleté”-Kampagne des deutschen Handwerks. Als Collage gefunden auf Werbelauefer.de

Nur eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis die damalige Guerilla Marketing-Kampagne “Attraktiver als du denkst” des deutschen Handwerks ihren Weg auf Bild.de als “Posting des Tages” (3.1.14) gefunden hat. Die Zielseite www.das-neue-handwerk.de ist mittlerweile übrigens nicht mal mehr live. Weiß jemand, ob’s überhaupt mal einen Re-Direct auf handwerk.de gab? Aber was soll’s: Die Kollegen bei Bild.de haben ja nicht mal gemerkt, dass  Claim und Ziellink verändert worden sind.

(m)ein kritischer Blick auf Medien